Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Lauenburg

Hier gelangen Sie direkt zum Inhalt der Seite.

 

Hauptnavigation:


Inhalt: Eisaufbruch

Im Regelfall muss die Schifffahrt auf der Elbe bei anhaltenden Frösten und starkem Eisgang eingestellt werden. Der Aufbruch einer geschlossenen Eisdecke erfolgt rechtzeitig bei einsetzendem Tauwetter und dient sowohl der schnellstmöglichen Wiederaufnahme der Schifffahrt, aber insbesondere auch der Verhinderung von Schäden an den Ufern und baulichen Anlagen durch unkontrolliert abgehende Eishochwässer.

Die Eisbildung an der Elbe beginnt zunächst mit der Bildung von Grundeis auf der Flusssohle und Randeis in den Buhnenfeldern. Durch aufschwimmendes Grundeis in Verbindung mit abbrechendem Randeis bilden sich die typischen runden Treibeisschollen. Bei starker Treibeisbildung kommt das Eis zum Stehen und bildet eine geschlossene Eisdecke. Bei hohen Abflüssen beginnt der Eisstand in der Regel im Tidebereich unterhalb von Geesthacht, bei geringeren Abflüssen im Staubereich des Wehres. Ein Eisstand setzt sich schnell nach Oberstrom fort und kann mehrere 100 km Ausdehnung erreichen. So reichte der Eisstand 1996/97 von Geesthacht bis Barby. In exponierten Bereichen wie z. B. in starken Krümmungen, in Unstetigkeitsstellen im Gewässerbett, im Bereich starker Geschiebebänke oder unterhalb des Wehres Geesthacht im Tidebereich kann sich das Eis dabei auch zu massiven Eisversetzungen zusammenschieben.
Diese behindern den Abfluss stark, so dass sich das Wasser hinter einer derartigen Barriere schnell aufstaut und massive Gefahren für den Hochwasserschutz darstellt. Unkontrolliert brechende Eisbarrieren und abschwimmende Treibeisfelder stellen ebenfalls eine Gefahr für Deiche und Bauwerke dar.

Der Eisaufbruch an der Elbe kann nur von Unterstrom her erfolgen, da die gebrochenen Eismengen abfließen müssen. Daher sind die für den Eisaufbruch erforderlichen zehn Eisbrecher mit Leistungen von bis zu 1170 PS dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Lauenburg zugeordnet.
Bei Eintritt kritischer Eislagen werden acht Eisbrecher nach Hamburg verlegt, um von dort aus im Tidebereich bei Ebbstrom das Eis in Bewegung zu halten bzw. den Eisaufbruch dort zu beginnen. Zwei Eisbrecher verbleiben ständig im Bereich der Staustufe Geesthacht, um hier die Eisabfuhr sicherzustellen. Der Eisaufbruch erfolgt in der Regel auf einer Breite von 80 bis 100 m mit fünf bis sechs Eisbrechern nebeneinander. Dieses ist zwingend erforderlich, damit das gebrochene Eis auch ungehindert hinter den Eisbrechern abschwimmen kann. Im Rückraum dieser Eisbrecher verbleiben weitere zwei bis drei Eisbrecher, die das gebrochene Eis in Bewegung halten, damit es nicht erneut zum Stehen kommt und neue Eisbarrieren bildet.

Eisaufbruch

Eisaufbruch auf der Elbe:
Eisaufbruch

Informationen über die Grundsätze zur Eisbekämpfung auf der Elbe:
Eisbekämpfung


Informationen zur Eislage erhalten Sie unter:
ELWIS - Elektronisches Wasserstraßen-Informationssystem


Presseauskünfte erteilt vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Lauenburg
Frau Bettina Kalytta
Telefon (0 41 53) 558 300